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Moin,es ist wieder soweit! Grünkohlessen in Taipei, Teil 1

Morgen vertreiben wir den nicht vorhandenen Winter aus Taiwan. Mit dem typischen Winteressen der Norddeutschen, Grünkohl, geräucherte Wurst und Kassler, garniert mit Kartoffeln und Flensburger!

So sieht ein leckeres Grünkohlessen aus  

Und weil wir ungern im kleinen Kreis feiern, gibt es weder Bekleidungsvorschriften, noch bleiben die Männer unter sich. 

Wie kommen wir dazu, fernab von Grünkohlfeldern und Pinkelräuchereien diese Tradition zu pflegen, die in Deutschland kaum einer südlich der Maingrenze kennt ?

Nun, ich denke, wir Deutschen sind schon sehr flexibel und anpassungsfähig, wenn wir im Ausland leben, geben aber unsere Kultur nicht auf und schon lange nicht beim Essen. 

Deshalb wird im Juni der Spargel nach Taipei importiert, im Oktober der Maßkrug gestemmt, vor Weihnachten werden die Gänse eingeflogen (?) und nach Chinese New Year der Grünkohl. Für Letzteren brauchte es natürlich schon eine norddeutsche Seele, die einen Winter ohne das Kultgemüse nicht durchhalten wollte. So wurde im Jahr 2001 das erste Mal kurzerhand das Grünkohlessen ins Leben gerufen und seitdem wird jedes Jahr aufs Neue gefeiert.

Tokyo, Hongkong, Singapur, Seoul,... wir reihen uns ein in die Partywütigen, die auf exotischem Grund und Boden bei Bommerlunder und Schifferklaviermusik schunkelnd Shantys mitsingen und unter Plastikmöwen sitzend, unseren Freunden aus Süddeutschland erklären, warum wir dieses kräuselige Gemüse so lobpreisen. Letztes stößt nicht immer auf Verständnis, aber darauf kommt es ja auch nicht wirklich an. 

Am Ende zählt die Geselligkeit, die Freude über das neu gekürte Konigspaar und die Vorfreude auf das nächste Jahr.  

Und nun heißt es, rein in das Fischerhemd und auf zum 19.Norddeutschen Grünkohlessen in Taipei. 

 

   Fischerhemd

Wie das ausgegangen ist, erzähle ich euch dann in Teil 2, wenn der Kater wieder weg   ist....